• Schon seit Jugendjahren singe ich französische Chansons, erst waren es zwei, dann drei, dann wurden es im Laufe der Zeit immer mehr, bis ich mich 2011 entschloss, ein komplettes Konzert nur mit französischen Klassikern zu geben. Das war im schönen Gründerzeit-Café Kramer in Euskirchen.
  • Im Laufe der Jahre eroberte ich auf diese Weise viele Fans, die speziell zu meinen Soirées francaises kamen. Höhepunkt war zweifellos 2016 ein ausverkauftes Konzert im Casino in Euskirchen vor mehr als 220 Gästen, die meine Band und mich mit stehenden Ovationen feierten.
  • Durch meine häufigen Besuche in Frankreich entwickelte ich immer wieder neue Freundschaften mit Franzosen. Zuerst in der Weilerswister Partnerstadt Carqueiranne direkt an der Côte d‘Azur mit Daniel und Marie Odile Pellegrino, später in Fougères, das mit Bad Münstereifel verschwistert ist. Weil ich als Monsieur le Troubadour überall meine bei den Franzosen bestens bekannten Chansons sang, stieß ich allenthalben auf begeisterte Zustimmung. Der Freundeskreis erweiterte sich im Laufe der Jahre immer mehr, so dass ich jetzt Fans in ganz Frankreich habe, was mich auf die Idee brachte, eine so genannte Tour de France zu starten, also überall dort kleine oder größere Konzerte zu geben, wo meine Freunde zuhause sind.

 

 

Erste Station: St. Amans les Eaux (4. und 5. Juli)

Am Montag, 4. Juli, sind wir in Nettersheim zur Tour de France gestartet. Abends habe ich im Garten meiner Freundin Jeannine ein stimmungsvolles Konzert mit französischen Chansons gespielt, bei viel Wein und leckeren Häppchen. Die Franzosen waren alle tres content mit mir. Die Hunde auch, wie man sehen kann.

Jeannine habe ich über ihren deutschen Vetter Elmar kennengelernt. Er hatte seiner Kusine meine französische CD geschenkt. Über Facebook ließ sie mich wissen, dass sie von meinem Album schwer angetan sei. Sie wohnte damals direkt am Meer. Wenn ich Lust hätte, könnte ich sie ja mal besuchen kommen. Was meine Babs und ich dann auch prompt gemacht haben. Eine Woche lang wurden wir von Jeannine und ihrem späteren Ex-Mann Alain zwei Mal am Tag großartig bekocht. Ich habe mich abends mit meinen Chansons revanchiert. Nach ihrer Scheidung ist sie in ihre alte Heimat nach St. Amans les Eaux gezogen, ein nettes Städtchen im Norden von France. Und hat dort Christian getroffen, ihren neuen Lebensgefährten. Die beiden hatten Verwandte, Freunde und Bekannte zum Konzert auf der schönen Terrasse von Jeannines Haus eingeladen. 

Es wurde ein sehr gemütlicher Abend. Am nächsten Tag hat uns Jeannine die Sehenswürdigkeiten der Stadt gezeigt. Wir haben in St. Amans tatsächlich einen älteren Herren getroffen, der einige Jahre neben meinem Wibbelstetz-Akkordeonisten Linus Krämer gewohnt hat und gleich "Himbeermarmelad" anstimmte. So klein ist die Welt! 

Jeannine und ihr Lebensgefährte Christian habe sich liebevoll um uns gekümmert.

Jeannine und ihr Lebensgefährte Christian habe sich liebevoll um uns gekümmert.

Zweite Station: Fougéres (6. und 7. Juli)

 

Die zweite Etappe führte uns nach Fougéres, in die Partnerstadt von Bad Münstereifel, wo ich schon alleine und mit Wibbelstetz aufgetreten bin. Der Empfang in Fougéres war alles andere als erfreulich. Obwohl sowohl die Stadt Bad Münstereifel als auch der Partnerschaftsverein im Vorfeld versucht hatten, die Details für mein geplantes Konzert zu klären, war in Fougéres niemand, der sich gekümmert hätte.

Ich wusste nur, dass ich im wirklich wunderschönen Parc public am Rathaus spielen sollte. Eigentlch sollte mich ein gewisser Romain einweisen, nachdem ich mit der Verwaltung telefoniert hatte. Aber der Mann meinte nach 16 Uhr, er wäre nicht mehr im Dienst. Immerhin gab es im Aufführungspavillon Strom für meine Anlage. Ich habe mein Equipment aufgebaut und einfach losgelegt. Im Park waren an die hundert Leute verstreut, die teilweise interessiert, teilweise gelangweilt meinem Vortrag gelauscht haben. Also: Fougéres war unbestritten der Tiefpunkt meiiner Tour de France, auch wenn die Stadt selbst sehr, sehr schön ist.

Allerdings haben die Franzosen hin und wieder ein Problem mit der Wertschätzung ihrer Gäste und mit der Organisation. Als ich vor 17 Jahren mit meiner Band Wibbelstetz zuletzt in Fougéres war, hatte man uns eine wirklich unmögliche Kaschemme als Quartier zugeteilt, sodass wir uns auf eigene Kosten neue Zimmer gesucht haben. Der Kleinbus, mit dem wir unser Material und die Instrumente transportiert haben, war nicht mal versichert.