
Zum neuen Roman
„Nicht mit Britt“ von Günter Hochgürtel
„Wann gibt es endlich einen neuen Roman“, wurde Günter Hochgürtel in jüngster Zeit immer wieder gefragt. 2015 hatte sein im Selbstverlag erschienenes Werk „Landlust“ in der Eifelregion für reichlich Furore gesorgt. Auch das Nachfolgewerk „Zweimal Orient und zurück“ fand begeisterte Leser (unter anderem ´"Mutter Beimer" aus der Lindenstraße), weshalb der Frontmann der Eifelrockband „Wibbelstetz“ jetzt mit einem neuen Buch nachlegte: Der ungewöhnliche Titel lautet: „Nicht mit Britt“.
Basierten die ersten beiden Romane des Eifeler Autors noch auf wahren Begebenheiten, erzählt er diesmal eine spannende Geschichte, die in weiten Teilen seiner Fantasie entsprungen ist. Allerdings konnte Hochgürtel diesmal seine Erfahrungen als langjähriger Lokalredakteur beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ verwerten, denn die Handlung spielt in einer Kleinstadt im Rheinischen, die der Kreisstadt Euskirchen nicht unähnlich ist.
Dort ist Britt Balver, unkonventionelle Bürgermeisterin der fiktiven 40.000-Einwohner-Stadt Randeroth unterwegs. Sie muss auf eine erneute Kandidatur verzichten, weil sie von einem Unbekannten mit einem Sexvideo erpresst wird. Als Aupair hatte sie sich an einem FKK-Strand in Italien mit ihrem Liebhaber Riccardo wegen einer Wette filmen lassen. Hinter der Erpressung vermutet sie ihren Gegenkandidaten Benno Herold, der nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt zum neuen Bürgermeister gewählt wird. Nachdem sie ihre Wunden einige Wochen lang geleckt hat, beschließt Britt, sich an den beiden Männern zu rächen, die ihre berufliche Karriere jäh beendet haben.
„Es kommt ja häufig vor, dass Menschen mit Sexvideos erpresst werden, speziell von Expartnern,“ so der Autor. Betroffen seien meistens Frauen, die sich bei solch perfiden Verstößen gegen ihre Persönlichkeitsrechte selten zur Wehr setzten. „Meine Titelheldin Britt lässt sich jedenfalls nichts gefallen von den Männern, die ihre berufliche Karriere ruiniert haben.“ Sie knöpft sich erst ihren Ex-Lover in Italien und anschließend ihren Gegenspieler beim Kampf um das Bürgermeisteramt vor. Dabei scheut sie sich nicht, auch außergewöhnliche Methoden anzuwenden. Ihr zur Seite steht der etwas schusselige, aber liebenswerte Journalist Ingo Fischenich, den alle nur „McFisch“ nennen. Er hilft Britt, ihre Rachepläne zu verwirklichen, wobei sich die beiden unter der Sonne Italiens zwangsläufig näherkommen. Besonders bemerkenswert sind im neuen Hochgürtel-Roman die präzisen Schilderungen der Abläufe in der hiesigen Kommunalpolitik, in der Bestechung und Bestechlichkeit an der Tagesordnung sind, aber selten ans Tageslicht kommen. Man merkt, dass sich der Autor in diesem Milieu bestens auskennt.
Günter Hochgürtel hat 2015 bereits einen Roman unter dem Titel „Landlust“ veröffentlicht, der auf einer wahren Begebenheit basiert. Ein zweiter Roman des Autors erschien 2022 unter dem Titel „Zweimal Orient und zurück“ im Selbstverlag.
Der neue Roman „Nicht mit Britt“ ist ab sofort zum Preis von 12 Euro im örtlichen Buchhandel sowie als E-Book auf allen Kanälen erhältlich, kann aber auch über die Homepage des Autors www.guenter-hochguertel.de/shop online oder per Email unter guenter.hochguertel@t-online.de bestellt werden.
Interview mit Autor
Herr Hochgürtel, nachdem zwei Romane von Ihnen erschienen sind, die auf wahren Begebenheiten beruhten, haben Sie in Ihrem neuen Buch eine andere Herangehensweise gewählt.
Günter Hochgürtel: Das ist richtig. Bisher hatte ich immer das Glück, dass mir jemand eine gute Story erzählt hat oder ich eine Geschichte selbst erlebt habe, die man leicht und ohne große Verrenkungen niederschreiben konnte. Diesmal musste ich mich mal weitgehend auf meine Fantasie verlassen, obwohl der ursprüngliche Impuls für das Thema des Romans auch wieder der Realität entsprungen ist.
Wie darf man das verstehen?
Hochgürtel: Naja, ich habe von einem Freund gehört, dass ein Video von einer mir bekannten Musikerin im Internet kursierte, das die Dame in jungen Jahren beim Sex mit ihrem Italo-Lover auf einem FKK-Strand in Italien zeigt. Ziemlich freizügig das Ganze. Nun gesteht man Künstlern im Allgemeinen ja eine eher lockere Moral zu, weshalb sich wohl niemand groß über das Video aufgeregt haben dürfte. Ich dachte mir jedoch, dass die Sache anders aussehen würde, wenn so etwas beispielsweise einer Frau in exponierter Stellung, etwa einer Bürgermeisterin, passieren würde.
Das gäbe vermutlich einen mittleren Skandal, wenn das Video an die Öffentlichkeit gelangen würde.
Hochgürtel: Ganz genau! Und an diesem Punkt setzt meine Geschichte ein. Ich kenne ja als langjähriger Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“ die Mechanismen, die in einem solchen Fall in Bewegung gesetzt werden. Man denkt vielleicht, dass Kandidaten, die sich um politische Ämter bewerben, nur in den USA mit Schmutzkampagnen überzogen werden, wenn sie auch nur den kleinsten Anlass dazu geben.
Und in der hiesigen Kommunalpolitik gibt es so etwas auch?
Hochgürtel: Sagen wir mal so: Auch auf lokaler Ebene wird schon mal mit harten Bandagen gekämpft, wenn es um lukrative Ämter und Posten geht. Und wenn sich jemand ungewollt eine Blöße gibt wie etwa die unkonventionelle Bürgermeisterin Britt Balver mit besagtem Video, dann nutzt der politische Gegner allzu gern die Gelegenheit, um zuzuschlagen. Zur Not mit Erpressung.
Das klingt ja richtig spannend.
Hochgürtel: Ist es auch. Denn meine Titelheldin ist alles andere als ein braves Mäuschen, das alles mit sich machen lässt. Der Roman heißt nicht ohne Grund „Nicht mit Britt“. Denn die Dame schlägt knallhart zurück, nachdem sie sich von dem Schock erholt hat, ihr Bürgermeisteramt verloren zu haben.
Gibt es für diese Figur des Romans ein Vorbild in der realen Welt?
Hochgürtel: Nein, nicht wirklich. Ich will nur den Frauen durch diesen Roman Mut machen, sich gegen männliche Übergriffe entschlossener zur Wehr zu setzen. Und zwar zur Not mit ebenso perfiden Methoden, wie Männer sie zuweilen benutzen.
Das klingt ja fast nach einem feministischen Ansatz.
Hochgürtel: So weit würde ich vielleicht nicht gehen. Aber Tatsache ist, dass sich Frauen viel zu selten wehren, wenn ihnen von wem auch immer Unrecht getan wird. Und noch seltener ist, dass sie sich an den Typen rächen, die ihnen übel mitgespielt haben.
Frage: Im Roman gibt es auch einen Journalisten, der eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. Ein Alter Ego des Autors?
Hochgürtel: Nicht ganz. Allein schon deshalb weil ich kein Fan des 1. FC Köln bin. Aber sicher sind einige Szenen des Redaktionsalltags, wie ich ihn erlebt habe, auch ins Buch eingeflossen. Und die Intrigen, denen Britt Balver ausgesetzt ist, habe ich in abgewandelter Form sicher in meinem Berufsleben hin und wieder erlebt. Im rheinischen Milieu kenne ich mich als Musiker und Zeitungsmann sowieso bestens aus. Weshalb „Nicht mit Britt“ doch wieder ein ausgesprochen authentischer Roman geworden ist.
Eine Wahnsinnsstory!
Jetzt auch als E-Book erhältlich
Günter Hochgürtels neuer Roman
Nachdem sein im Selbstverlag erschienenes Werk „Landlust“ in der Eifelregion 2015 für Furore gesorgt hatte, ließ sich Günter Hochgürtel, Frontmann der Eifelrockband „Wibbelstetz“, reichlich Zeit mit einem neuen Buch. Doch jetzt ist es endlich so weit: „Zweimal Orient und zurück“ lautet der Titel des Romans, den der Eifelautorel wiederum nach einer wahren Geschichte geschrieben hat.
Ein Roman wie eine Netflix-Serie: Immer wenn Autor Günter Hochgürtel von Bekannten gebeten wird, etwas über den Inhalt seines neuen Werks zu erzählen, fragt er: „Habt ihr eine halbe Stunde Zeit?“ Die schier unglaubliche Geschichte, die Hochgürtel auf über 350 Buchseiten entfaltet, ist wahr, ist wirklich passiert.
Rosina Sedlacek, eine junge Frau aus der Wiener Vorstadt, lässt Anfang der 1950er Jahre ihre beiden Kinder bei Mann und Schwiegermutter zurück, um in einem Krankenhaus in Kairo zu arbeiten. In Ägypten steigt sie rasch zur Direktorin des Hospitals auf. Sie wechselt wenig später in ein Hospital nach Gaza, wo sie einen verwitweten Richter heiratet, der kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter stirbt. Danach begibt sich Rosina mit ihren Kindern auf eine abenteuerliche Reise von Palästina quer durch Europa nach Berlin und wieder zurück in den Orient, wo sie ein neues Glück findet.
So kann man den Inhalt von „Zweimal Orient und zurück“ knapp zusammenfassen. Die Titelheldin ist eine mutige, rastlose Frau, die sich über alle Konventionen hinweg setzt und ihren Kindern einiges zumutet, als sie beispielsweise mit dem Fahrrad von Hannover zurück in den Orient fahren will. Eine Frau, die mit dem späteren ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat, wie Fotos belegen, in den Bars in Kairo feuchtfröhliche Feste feierte und die im Gaza-Konflikt als Rot-Kreuz-Vertreterin zu den israelischen Militärs marschierte, um diese mit Erfolg dazu aufzufordern, ihre ägyptischen Kriegsgefangenen ordentlich zu behandeln. Eine Frau, die ohne Sprachkenntnisse und höhere Schulbildung in einem fremden Land Kontakte bis in die höchsten politischen Kreise knüpft, um wenig später in der DDR und in einem Berliner Obdachlosenheim zu landen. Eine Frau, die auch in ausweglosen Situationen den Kopf oben behält und sich nicht kleinkriegen lässt.
Günter Hochgürtel entwickelt die Geschichte als neutraler Erzähler in einem gut lesbaren, flüssigen Stil – schließlich arbeitete er 40 Jahre als Redakteur des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Allerdings lässt er zwischendurch die noch lebenden Kinder der Rosina Sedlacek (der Originalname wurde verändert) zu Wort kommen, was dem Roman eine zusätzliche emotionale Note verleiht. Die Tochter der Titelheldin hatte ihn auf die Idee gebracht, diese ungewöhnliche Familiengeschichte für die Nachwelt aufzuschreiben. Ihre Brüder sprachen ihre Erinnerungen an die abenteuerliche Reise vom Orient nach Europa und wieder zurück für den Autor ins Diktafon.
Günter Hochgürtel hat 2015 bereits einen Roman unter dem Titel „Landlust“ veröffentlicht, der ebenfalls auf einer wahren Begebenheit basiert. Ein früherer Roman des Autors erschien 2011 unter Pseudonym im Kölner Bastei-Lübbe-Verlag. Ein weiterer Roman, ebenfalls unter Pseudonym, wurde im Oktober 2021 in einem Hamburger Verlag publiziert.